Digitalisierung kann aktuell besonders mit dem Schlagwort „Smart City“ in Verbindung gebracht werden.

Die im Beitrag zur digitalen Transformation des Gesundheitswesen erwähnten Faktoren wie die Zunahme von chronischen Erkrankungen und damit eines steigenden Versorgungsbedarfs in den eigenen vier Wänden durch einen Altersanstieg der Menschen werden verschärft durch den Mangel qualifizierter Pflegekräfte und Ärzte. Dies wirkt sich im urbanen Bereich deutlich stärker aus als im ländlichen.

Spitäler, Ambulanzen, Arztpraxen, etc. sind hinsichtlich ihrer Kapazitäten inzwischen deutlich überfordert. PHC’s (Primary Healthcare Center) werden hier nur teilweise Abhilfe schaffen.

Solange nicht begleitende Maßnahmen zur nachhaltigen Effizienzsteigerung in der laufenden medizinischen und therapeutischen Betreuung vor allem älterer Menschen (z.B. durch den Einsatz von Telemedizin, Teletherapie, Telereha, u.s.w.) getroffen werden, wird die Überforderung unseres etwas veralteten Gesamtsystems fortschreiten.

Hier wird es aber erforderlich sein, die dominanten Partikularinteressen der verschiedenen Stakeholder-Gruppen dem Gesamtinteresse eines finanzierbaren und trotzdem kundenfreundlichen Gesundheitssystems unterzuordnen.

Auf Seiten der Kunden/Patienten ist allerdings auch ein neues Bewusstsein notwendig: Sie müssen sich von der Idee lösen, dass das Gesundheitssystem die alleinige und kostenlose Verantwortung für die Erhaltung und Wiederherstellung aller Aspekte der Gesundheit und Versorgung des Menschen trägt.

Die Zukunft wird geprägt sein durch Selbstengagement und Eigeninitiative, einer Reduzierung des Anspruchsdenkens auf ein leistbares Maß und Kostenbeteiligung in manchen Bereichen (auch wenn dies in der Politik noch nicht laut ausgesprochen wird).

Denn das größte Problem des Gesundheitssystems ist, dass als geheilt “entlassene“ Patienten innerhalb kürzester Zeit in ihre alten Lebensmuster zurückfallen und damit permanent die Leistungen des Systems in Anspruch nehmen.