Über neun Wochen veröffentlicht Der Standard eine Artikelserie rund um das Thema “Unternehmen der nächsten Generation”.

Autoren: Michael Bartz, Andreas Gnesda und Thomas Schmutzer

Den achten Artikel Arbeitswelten im Unternehmen der nächsten Generation finden Sie hier.

Quelle: Der Standard (Sa. 18.02.2017)

Nachstehend die ungekürzte Fassung des achten Artikels der Serie:

Arbeitswelten im Unternehmen der nächsten Generation

Autoren: Prof. (FH) Dipl.-Wirtsch.-Ing. DI Michael Bartz, Andreas Gnesda, Mag. Thomas Schmutzer

„Ein Büro wie am Erste Campus, bei Microsoft oder Google, das hätten wir gerne.“ Dieser oder ähnliche Wünsche stehen häufig am Anfang eines Projektes zur Schaffung neuer Arbeitswelten. „Da hat niemand mehr einen fixen Arbeitsplatz, alle sitzen im open space und können ihren Job wann und wo sie wollen erledigen.“ Aber warum? Und jetzt wird es spannend. „Weil wir mehr Transparenz und Offenheit wollen. Weil wir Kommunikation und Innovation fördern wollen. Weil wir Fläche und Kosten einsparen müssen.“ Die Ziele lassen sich in drei Gruppen zusammenfassen. Erstens geht es immer um die Optimierung und Einsparung von Fläche und damit um Kostenreduktion.  Zweitens geht es um die bessere Abbildung von Prozessen, Organisationszusammenhängen und Abläufen auf Fläche und Immobilie, um das Kerngeschäft zu fördern. Und last but not least soll mit einem „neue Arbeitswelt Projekt“ die Unternehmenskultur entwickelt werden.

Wenden wir uns diesen drei Aspekten etwas näher zu. Ja, es ist richtig, dass mit neuer Arbeitswelt Flächen eingespart und bei nachhaltiger Gebäudekonzeption auch Kosten pro Quadratmeter reduziert werden können. Ein wesentlicher Treiber des neuen Arbeitens ist es, Infrastruktur zu schaffen, die die Umsetzung von Unternehmensprozessen fördert. Das Schlagwort dafür: tätigkeitsbasiertes Arbeiten. Sie haben ein reichhaltiges Angebot an Arbeitsmöglichkeiten (kleine/große Tische, Stehtische, elektrisch höhenverstellbare Tische, Lounges, Konzentrationsarbeitsplätze, Denkerzellen, Kreativbereiche, Projektarbeitsplätze, etc.), sodass Sie für jede Aufgabe ein für Sie passendes Umfeld auswählen können. Im Gegenzug dazu verzichten Sie auf Ihren persönlich zugewiesenen Einzelarbeitsplatz. Hohes Augenmerk wird auf Kommunikationsräume und -zonen gelegt. Ein großer Teil unserer Arbeit wird heute kommunizierend absolviert. Um dem Anspruch nach optimalen Umfeld in hohem Maße Rechnung zu tragen, gibt es eine Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten vom Stehtisch, der one-2-one Kommunikationsmöglichkeit, der Lounge, bis hin zu einer Vielzahl ganz unterschiedlich gestalteter Kommunikationsräume, die abhängig vom Kommunikationsereignis und den persönlichen Vorlieben ein perfektes Umfeld bieten sollen. Gleichzeitig mit „neue Arbeitswelt Projekten“ machen Unternehmen immer eine starke Kulturentwicklung durch. Auf Kultur in neuen Arbeitswelten wurde in dieser Artikelserie bereits eingegangen. Erfolgreich sind die Projekte, die es verstehen diese drei Ziele mit Nachdruck, ausgewogen und ehrlich zu verfolgen. Motivierte Mitarbeiter und eine Steigerung der Produktivität sind die Folge, was durch Studien der IMC FH Krems bestätigt werden kann.

Im Atlas des Neuen Arbeitens finden Sie einen ausführlichen Erfahrungsbericht über das Projekt Erste Campus, den Zusammenarbeitsplatz am Erste Campus, ein Projekt, bei dem 4.500 Mitarbeiter von 26 verschiedenen Standorten in einem neuen Gebäudekomplex eine neue Heimat gefunden haben. Ein hoch innovatives und flexibles Bürokonzept hält für jede Tätigkeit ein entsprechendes Raumangebot bereit. Die Erreichung höchster Öko-Standards und eine massive Optimierung der Immobilien- und Facility Management-Kosten runden den Projekterfolg ab.

Weitere Praxisberichte über mobiles Arbeiten bei BMW, Erfahrungen von IBM, die sich über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren strecken oder Microsoft finden Sie im Atlas des neuen Arbeitens mit dem Titel „Unternehmen der nächsten Generation“ zusammengefasst (ISBN 978-3-662-52818-1). Ausführliche Informationen zum Buch sind online verfügbar: Springer

Über die Autoren: Michael Bartz ist Professor an der IMC FH Krems, Andreas Gnesda ist Präsident des Österreichischen Gewerbevereins und Thomas Schmutzer leitet das Next Generation Enterprise Forschungsinstitut in Wien.